SoundART COLOGNE 2008
 
 



SoundART 2008 Künstler-Verzeichnis

Thomas Taxus Beck
1962 in Solingen geboren, ist der diesjährige WDR3-Produktions-Preisträger des Deutschen Klangkunst-Preises für eine Produktion im „Studio Akustische Kunst“. Auf der SoundART wird die Video-Arbeit „Nachmittag mit und ohne Sonne“ gezeigt, die sich zum einen auf die farbliche Anlage einer Wandarbeit der Malerin Sabine Funke, zum anderen auf die Kamerabewegungen des Filmemachers Theo Thiesmeier bezieht. Dabei behauptet sich die Musik als formal eigenständiges und gleichberechtigtes Medium neben Farbe und Form der Malerei sowie den Bewegungen der Kamera.

William Engelen
1964 in Weert/Niederlande geboren, liefert dem Zuhörer mit „Oh Freunde, nicht diese Töne!“ ein interaktives, partizipatorisches Musikstück für Mobiltelefone. Alle Handy-Besitzer sind aufgefordert als Vorsänger und Musiker an dem Projekt teilzunehmen, indem sie ihren derzeitigen durch einen kostenlos zur Verfügung gestellten neuen Klingelton ersetzen, mit dem Ziel, die heimische Vogelwelt zu einer unvorhersehbaren Improvisation zu animieren.

Thomas Gerhards
1961 in Mönchengladbach geboren, steht mit seinen Maschinen-Konstruktionen ganz in der Tradition und Entwicklungslinie eines Jean Tinguely. Spielerisch, hintergründig und oftmals mit absurder Komik vermögen seine Installationen den Betrachter gleichsam zu faszinieren wie zu irritieren. So untergräbt die Installation „Zarter Kontakt“ feinsinnig unsere Erwartungshaltung an das Ereignis wenn Blecheimer, Drahtbürsten und Scheibenwischermotoren aufeinander treffen.

Rolf Giegold
1970 in Erlangen geboren, macht in seiner sachlichen, reduzierten Klanginstallation „Warten“ eben genau dies zum Thema. Für die mehrkanalige Klangarbeit, die der besonderen emotionalen wie individuellen Erfahrung des Wartens nachspürt, wurden Interviews mit Beamten eines Sondereinsatzkommandos der Polizei geführt, die ihre persönlichen Erfahrungen und Bewältigungsstrategien schildern – über das Warten auf den bestenfalls nicht eintretenden Gefahreneinsatz.

Christina Kubisch
1948 in Bremen geboren, ist Ehrenpreisträgerin des Deutschen Klangkunst-Preises 2008. Zur SoundART 2008 sind verschiedene Kompositionen auf Grundlage ihrer „Electrical Walks“ zu hören: „begehbare Klang-Parcours“ im öffentlichen Raum, die mit speziellen Köpfhörern den elektromagnetischen Störungen in unserer Umgebung nachspüren. Ergänzend werden diese eigentlich unh örbaren Frequenzen in einer Grafikserie visualisiert.

Nicole Pawlowski
1972 in Göttingen geboren, zeigt auf der SoundART 2008 eine Dokumentation ihres Performance-Konzepts „Invasion x-?“. Interaktive Körperobjekte reagieren in Echtzeit optisch und akustisch auf die Bewegungen der Akteure, auf die Lichtverhältnisse im Raum sowie auf Annäherung. Die entstehenden Klänge sind atonal und werden optisch von wechselnden Lichtfrequenzen begleitet.

Gerriet K. Sharma
1974 in Bonn geboren, ist Preisträger des Deutschen Klangkunst-Preises 2008. Sein Interesse gilt seit vielen Jahren unter anderem der Positionierung und Bewegung von akustischen Signalen im dreidimensionalen Raum. Ferner arbeitet Sharma klangkompositorisch für Radio- und Live-Aufführungen und erforscht Bild- und Ton-Relationen in audio-visuellen Kontexten. Die SoundART 2008 zeigt einen dokumentarischen Querschnitt seiner Arbeiten.

Peter Simon
1968 geboren in Czenstochowa/Polen, überführt sein Konzept für den Deutschen Klangkunst-Preis 2008 in ein neues und eigenständiges Werk zur SoundART 2008. Aus der reinen Textvorlage entstand eine spielerische „Surround-Komposition“ mit dramaturgischen und ironischen Spitzen. Als appetitlicher Serviervorschlag umgedeutet, wird das Stück „unter uns“ noch garniert mit allerlei Obst und Gemüse.

Johannes S. Sistermanns
1955 geboren, ist Preisträger des Deutschen Klangkunst-Preises 2008. Unter dem Begriff „KlangPlastik“ fasst Sistermanns sowohl seine Installationen als auch seine Stücke und Kompositionen zusammen, die gleichberechtigt neben der authentischen Klangsituation des jeweiligen Ortes stehen. Es sind akustische Zugaben an den Raum und nie – im negativen Sinn – Interventionen. Die SoundART 2008 zeigt die KlangPlastik „grau, Klangfeld“: zwei „Piezo-Türen“.

Jan-Peter E.R. Sonntag
1965 in Lübeck geboren, ist Preisträger des Deutschen Klangkunst-Preises 2008. Die Sound-Installation „RAW-extension f5“ bildet den digitalen Ausgangspunkt der Kammeroper „sonArc::ion - prologue“ und ist auf der SoundART 2008 in einer skulpturalen i-mac - Version zu sehen. Die Daten von Stockhausens „studie2" von 1954 sind die Grundlage der Monosounds und des hochauflösenden s/w-Videos, an dessen Ende nur noch Hexdaten über den Bildschirm laufen und von digitalen Stimmsimulatoren gelesen werden.

Peggy Sylopp und Giovanni Longo
1966 in Aschaffenburg geboren (Sylopp) und 1959 in Florenz (Longo) untersuchen in ihrer optisch und akustisch changierenden Video-Klang-Arbeit „Spektrum“ die wechselwirkenden ästhetischen Beziehungen zwischen Klang und Farbe. Das akustische Konzept basiert auf der Dualität von Dur und Moll in der Paralleltonart eines einzigen Vierklang-Akkordes, während die Projektion stetig komplementäre Nachbilder erzeugt und somit unsere Raumwahrnehmung ver ändert.

tamtam
Zur SoundART 2008 zeigt das Berliner Duo tamtam (Sam Auinger, geboren 1956 in Linz; Johannes Strobl, geboren 1966 in Innsbruck) fünf Videoarbeiten die zusammen mit dem Linzer Medienkünstler Dietmar Offenhuber zwischen 2001 und 2008 entstanden. Als Formation „Stadtmusik“ setzen sie sich mit Hör-Situationen in Großstädten auseinander, indem sie durch urbane Bauten, Anlagen und Verkehrswege hervorgerufene Klangarchitekturen untersuchen.